Resilienz

Die Arbeitsverdichtung in unserer Berufswelt (und auch Gesellschaft) nimmt immer mehr zu, trotz effektiverer Vernetzung nimmt der Workload immer mehr zu uns die menschlichen Ressourcen bleiben weiterhin beschränkt. An unserem „Arbeitsspeicher“ hat sich seit Beginn der Menschheit nicht viel verändert, aber die Ansprüche und Anforderungen an uns haben sich allein in den letzten 50 Jahren elementar verändert.  Die Häufigkeit von Burn-out und Depression schnellen nach oben, auch ich mußte meine Grenzen schon schmerzlich kennen lernen.

 

Was ist nun Resilienz? Unter Resilienz verstehe ich persönlich und vereinfacht die Widerstandskraft auf äußere Einflüsse. Wir kennen Menschen aus unserem Umfeld, die berappeln sich innerhalb kürzester Zeit egal was auf sie einwirkt während Andere lang oder sogar dauerhaft damit zu kämpfen haben.

 

Es gibt wissenschaftlich nachweislich einige effektive Ansatzpunkte, wie man seine Resilienz verbessern kann, ein paar Themen will ich hier vorstellen. Es gibt auch noch nicht wissenschaftlich belegte Ansätze, hier gilt in meinen Augen „wer heilt hat Recht“ und jeder soll machen was ihm gut tut, so lange er Andere damit nicht schädigt.

 

Das Gefühl der Machtlosigkeit

Machtlosigkeit klingt komisch, denn ich bin kein machtorientierter Mensch. Hilflosigkeit ist aber auch nicht richtig, denn ich hatte ja das Gefühl zu wissen, was zu tun sei, aber ich konnte mich nicht argumentativ durchsetzen.

 

Zunächst zur Situation an sich: Ich bekomme als Notarzt den Auftrag eine Patientin von einem peripheren Krankenhaus ins Zentrum zu verlegen. Im abgebenden Krankenhaus bekomme ich eine gut achtzigjährige Ordensschwester vorgestellt, die neben einer ganze Latte an schwer wiegenden Vorerkrankungen nun einen abdominellen Aortenverschluss erlitten hat. Beide Beine sind marmoriert und kalt, es lässt sich keine Durchblutung mehr nachweisen. In meinen Augen ist in Zusammenschau mit den Vorerkrankungen incl. einer Schlaganfallsymptomatik seit zwei Tagen die Prognose infaust und die Patientin bereits sterbend. Sie ist maximal schmerzgeplagt und ängstlich. Die Schwester-Oberin ist als Vorsorgebevollmächtigte zusammen mit einer weiteren Ordensschwester anwesend. Die Dienstärztin Innere Medizin hat mit dem Gefäßchirurgen im Zentrum die Übernahme zur notfallmäßigen offen-chirurgischen Versorgung besprochen. Obwohl die Kollegin drängt bitte ich Alle bis auf die Patientin und die beiden sichtlich besorgten Ordensschwestern aus dem Patientenzimmer. Ich sage, dass ich als Transportbegleitung hinzugerufen wurde, mir aber größte Sorgen mache, ob das geplante Procedere mit dem hohen perioperativen Risiko überhaupt im Sinne der Patientin sei. Die beiden betreuenden Ordensschwestern sind schockiert über den hohen Leidensdruck ihrer Mutschwester und möchten alle Massnahmen der Linderung in Anspruch nehmen. Ausführlich erläutere ich das vorgesehene Procedere mit den damit verbundenen hohen Risikos des perioperativen Versterbens. Die Schwestern bringen im Namen ihrer Mitschwester, welche bereits somnolent und somit nicht mehr kontaktierbar ist, den Wunsch der Leidenslinderung zum Ausdruck. Ich erläutere daraufhin die Möglichkeit der Therapiezieländerung hin zu einer palliativen Zielsetzung und durchgehenden geistlichen Betreuung durch die Mitschwestern. Diese zeigen sich erleichtert und sind sich sicher, dass auch die Patientin diesen Wunsch hätte, wenn sie noch selbständig entscheiden könnte. Ich bitte daraufhin die Dienstärztin hinzu und berichte ihr von der Bitte der Anwesenden um eine palliative Versorgung und Sterbebegleitung vor Ort, weiter biete ich meine Hilfe an ein verbindliches aber humanes Procedere für die Pflegekräfte fest zu legen. Für mich völlig überraschend lehnt die Dienstärztin eine palliative Versorgung und Sterbebegleitung ab und besteht auf eine nun endlich rasche Verlegung zur lebensrettenden OP. Die Schwester-Oberin und die begleitende Ordensschwester schießen daraufhin die Tränen in die Augen und sind völlig verunsichert, weil sie nicht wissen, wem und was sie glauben sollen. Ich ordne daraufhin die Transportvorbereitungen an, muss jedoch selbst kurz an die frische Luft, weil mich die Emotionen überkommen. Ich habe den Eindruck, dass ich der Patientin mit dieser Entscheidung maximales Unrecht antue. Leider können die Ordensschwestern den Transport ihrer Mitschwester aus organisatorischen und eigenen gesundheitlichen Gründen nicht begleiten. Ich verspreche ihnen mich nach all meinen Möglichkeiten um ihre Mitschwester medizinisch wie menschlich zu kümmern. Zum Transport erhöhe ich den laufenden Morphin-Perfusor auf ein maximales Mass ohne eine relevante Atemsupression, dennoch krallt sich die Patientin durchweg vor Schmerzen in meine Hand. Ich halte ihr durchgehend die Hand, für das Protokoll ist auch in der Zielklinik noch Zeit. Dort angekommen treffe ich glücklicherweise auf ein extrem liebenswürdiges und verständnisvolles Behandlungsteam incl. des diensthabenden Gefäßchirurgen. Er hält die Patientin ebenfalls für sterbend bzw. inoperabel. Er und das pflegerische Team bieten zu meiner Erleichterung eine menschliche Sterbebegleitung an. Schmerzlich für uns Alle ist jedoch, dass am Ende des Lebens der Patientin ihre nächsten Bezugspersonen nicht anwesend sein kann und auf die Schnelle auch kein geistlicher Beistand zu organisieren ist.

Ich führe mit dem Transportteam umgehend ein Debriefing durch und mache meinem Frust Luft. Erleichtert, bin ich darüber, dass auch meine Teamkollegen die Situation wie ich eingeschätzt haben. Es kamen nämlich in mir erhebliche Zweifel auf, ob ich die Situation falsch schlecht eingeschätzt habe.

In meinem Frust kommt mir eine Beschwerde gegen die abgebende Dienstärztin in den Sinn. Aber macht es das besser? Ihr steht ebenfalls wie mir eine ärztliche Meinung zu und sie genießt Hausrecht. Sie kann natürlich Therapien ablehnen, die sie sich nicht zutraut. Zudem hat sie ja auch nur auf eine prinzipiell kurative Zielsetzung gepocht, wie will ich da argumentieren?

Ein erneutes Gespräch mit der Kollegin war bisher nicht möglich und ich fürchte es wäre auch nicht fruchtbar, denn sie akzeptierte meine Einschätzung schlichtweg nicht und pochte auf das von ihr festgelegte Vorgehen. Sie empfand mein Vorgehen als Einmischung und unpassend.

 

Ich muss gestehen dieser Einsatz beschäftigte mich deutlich länger als so viele offensichtliche spektakuläre sowie tragische Verläufe. Das schlechte Gewissen und Selbstvorwürfe waren da obwohl ich doch alles für eine humane Lösung getan hatte. Aber war es genug? Hätte ich hartnäckiger sein sollen? Bin ich wirklich nicht zu weit gegangen?

Für meine Resilienz war das Debriefing mit meinen Kollegen sowie weitere Gespräche mit den Kollegen, Freunden und meiner Frau extrem wertvoll. Keiner spiegelte mir zurück, dass ich überreagieren würde. Ich wurde ernst genommen und es wurde lebhaft diskutiert - dafür bin ich Allen sehr dankbar.

 

Warum schreibe ich das hier? Weil ich zeigen will, dass einen nicht nur die spektakulären großen Unglücksfälle mit viel Tragik einen aushebeln können, sondern auch die empfundene Unrechtmäßigkeit am Ende des Lebens einer Patientin. Für meine Einstellungen und Werte wollte ich keine Zustimmung und Anerkennung von der abgebenden Kollegin, darauf bin ich nicht angewiesen und zu reflektiert. Mir ging es alleinig um die uns anvertraute leidende Patientin. Ich empfinde es immer als großes Privileg mich um meine Patientin kümmern zu dürfen, aber mir setzt es zu, wenn ich es aus was für Gründen auch immer nicht angemessen tun kann.

 

Ich appelliere an alle nichtärztlichen wie ärztlichen Kollegen: Bitte seid aufrichtige und standhafte Advokaten Eurer Patienten - sie haben es und Euch verdient.

Passt bitte auf Euch auf!

Wie oft habe ich es gehört und selbst auch gesagt: "Pass auf Dich auf - fahre vorsichtig!"

Vor ca. zwei Wochen hat es mich nun selbst erwischt. Innerhalb von drei Minuten hatte die First-Responder Gruppe vom DRK OV Hexental, der ich angehöre, zwei Einsatzaufträge zur Unterstützung des Regelrettungsdienstes in meiner Heimatgemeinde erhalten.

Nach einer Rückmeldung von der ersten Einsatzstelle an die Rettungsleitstelle fuhr ich dann die zweite Einsatzstelle an. Auf einer kleinen und steil abfallenden Verbindungsstrasse zu einem abgelegenen Anwesen kam ich dann in Dunkelheit und Regen aufs Parkett (die Strasse war komplett mit Laub bedeckt, so dass ich die Fahrbahnkante nicht mehr erkennen konnte) und konnte dann weder bremsen noch lenken, so dass ich dann schlußendlich in einen geparkten landwirtschaftlichen Anhänger prallte. Ich konnte zwar noch die Einsatzstelle anfahren, aber der Schaden an meinem Auto ist beträchtlich. Schlußendlich wird es vermutlich ein wirtschaftlicher Totalschaden sein.

1.) Gott sei Dank ist mir oder Dritten nichts passiert!

2.) Ich schwöre, dass ich nicht schnell unterwegs war, aber ohne Bremswirkung rutscht man halt scheinbar unaufhörlich...

3.) Ich danke dem DRK OV Hexental und dem KV Freiburg  für die schnelle, unbürokratische und großzügige Hilfe in der Schadensabwicklung . Dank eines Leihwagens konnte ich u.a. mittlerweile drei weitere Notfallpatienten als First Responder deutlich vor Eintreffen des Regelrettungsdienstes versorgen, das Engagement des DRK hat sich also für alle Beteiligten gelohnt.

 

Es sei mir aufgrund meiner eigenen leidlichen Erfahrungen gegönnt zu sagen:

"Bitte passt auf Euch auf! Nicht nur aber insbesondere auch zu dieser Jahreszeit und den entsprechenden Strassenverhältnissen (bei einem Fahrradsturz dieser Tage war es trotz Sonnenschein in einer schattigen Kurve zu extremer Strassenglätte und ich mußte mir bei der Absicherung der Unfallstelle durch einen Motorradfahrer sogar einen Mittelfinger zeigen lassen). Egal ob mit einem Einsatzfahrzeug oder Privatwagen -  Privat- oder Einsatzfahrt, es ist unglaublich schnell passiert!

Langsam weicht mir der Schreck aus den Knochen, aber dennoch bitte ich alle anderen Verkehrsteilnehmer, die nun bei suboptimalen Strassenbedingungen hinter mir her schleichen müssen um ihr Verständnis.

 

Lebenswege Teil 5: Simply try to do your best, not to be the best

Diesen Ausspruch eines Kollegen habe ich mir nicht nur als stete Erinnerung tätowieren lassen, er lastet mich auch voll und ganz aus. Für mein sportliches Jahresziel war es auch mein Ansporn und meine Motivation: Den Seiser Alm Halbmarathon!

An Silvester habe ich in Südtirol die Wettkampfankündigung hierfür gesehen und in Verbindung mit meiner kläglichen körperlichen Verfassung kam es zum Entschluss über ein paar Zwischenstationen dieses Jahr diesen Halbmarathon mit zu laufen.

Nun kam es dann aber anders als gedacht: Die blöde Mittelhandfraktur sowie die bereits berichtete wilde berufliche Entwicklung sorgten für extreme Trainingsrückstände, von einer Gewichtsreduktion ganz zu schweigen. Aber sollte ich deswegen mein Ziel aufgeben? Es kam nie wirklich für mich in Betracht.

So reiste ich bereits letzten Mittwoch nach Südtirol und bezog mein Trainingscamp im sagenhaften Hotel Steger-Dellai auf Wettkampfhöhe (etwa 2000m ü.N.N.). Diese Akklimatisierung war auch dringend notwendig, denn bei der ersten Trainingssession am Donnerstag war ich sofort aus der Puste und konnte bei Weitem nicht meine normale (eh schon bescheidene) Leistung bringen. Glücklicherweise hatte ich über den Tourismusverband ein Trainingsprogramm mit den klasse Betreuern Rudi und Egon von "Black sleep active" gebucht, bei dem wir in Sessions am Donnertag und Freitag in zwei Teilen die Wettkampfstrecke kennen lernten (hier entstanden auch die meisten Fotos). Am Samstag stand dann mit einem Spaziergang ganz die Regeneration im Vordergrund, hierzu machte ich eh an allen Tagen die Wellness-Landschaft unsicher.

Heute war es dann soweit: 21km, 600 Höhenmeter, auf 2000m Höhe, pralle Sonne und über 20°!

Es war ein Wechselbad der Gefühle: Auf der einen Seite genoß ich die grandiose Landschaft der Seiser Alm und das Privileg der Teilnahme an dieser professionell organisierten Veranstaltung. Andererseits gab es natürlich Momente, an denen ich mich Dinge geschimpft habe, die mich bei Veröffentlichung schnurstracks in den Knast bringen würde. Aber bei so viel Sonnenschein und guter Stimmung auf der Strecke besiegte ich den Schweinehund.

Schlußendlich habe ich meine Ziele erreicht:

1.) Nicht verletzen  - Check!

2.) Nicht aufgeben - Check!

3.) Nicht am Zeitlimit von 3:30 scheitern - bei Weitem Check!

4.) Möglichst nicht unter den letzten 100 von 700 Teilnehmern ins Ziel kommen - bei Weitem Check!

Über meine Laufzeit möchte ich nicht sprechen, da man sie eh nicht mit Flachland-Halbmarathons vergleichen kann und sie für mich nicht im Mittelpunkt stand. Es überhaupt zu schaffen war das Ziel. Nur so viel, der Schnellste war in der Hälfte der Zeit im Ziel (zu meiner subjektiven Beruhigung wiegt er aber auch nur die Hälfte von mir und macht scheinbar nicht viel Anderes).

Nun versuche ich noch meinen schlaffen Leib etwas zu regenerieren und morgen geht es zurück nach Hause, damit ich am Dienstag mit Vollgas im neuen Job starten kann (Danke für die außergewöhnliche Möglichkeit gleich mit einem freien Tag zu starten!!!).

Mein besonderer und wichtigster Dank gilt meiner Familie: Nicht nur, dass ich beruflich immer viel zu viel weg bin, sondern ich darf auch noch in der knappen Freizeit Sport treiben, die mich auch zumeist von der Familie trennt. Nun waren es sogar sechs Tage, die ich für dieses Selbstfindung- und Midlife-Crisis-Projekt allein unterwegs sein durfte, und dies noch in traumhafter Umgebung und in einem klasse Hotel. Aber wir kommen bald gemeinsam zum Jahresurlaub hier her, da hoffe ich, dass ich Einiges zurückgeben kann. Ich liebe Euch!

 

Ach so, ganz ohne Notfallmedizin und Human Factors geht es bei mir natürlich nicht:

Ich war ja zunächst überrascht mit wie wenig Personal und Equipment die Veranstaltung sanitätsdienstlich betreut wurde, dies war aber scheinbar auch garnicht nötig. Da die Veranstaltung ja schon etwas exklusiv ist melden sich scheinbar nur Läufer an, die wissen auf was sie sich einlassen und zudem wird auch eine Athletenregistrierung und v.a. ein ärztliches Attest verlangt. Trotz der Hitze und die mitunter schwierigen Strecke kam es nur zu wenigen Unfällen oder anderen medizinischen Notfällen. Das  Medical Center bestand vollkommen ausreichend aus gerade mal 4 Liegen für 700 Starter, ich selbst habe nur einen Abtransport ins Spital aufgrund anhaltender Hypotonie und vermutlicher Elektrolytentgleisung mitbekommen (hab mich da natürlich mal wieder nicht raushalten können). Auch auf der Strecke habe ich nur zwei Posten der Bergrettung gesichtet, aber jeweils ohne Auftrag. 

Aber auch was die menschlichen Aspekte angeht konnte ich wieder viel lernen: Resilienz, Motivation, Performance, Durchhaltevermögen, Teamgeist... in nächster Zeit werde ich da mal sicher den einen oder anderen Aspekt separat aufarbeiten.

Heb`dir Sorg- wilde Zeiten gerade

"Heb`dir Sorg" - dieser typische Schweizer Ausdruck hat mir schon immer gefallen, jedoch hat dieser Ausdruck in diesen wilden Zeiten für mich eine besondere Bedeutung bekommen und ist längst keine Floskel mehr.

 

Nach einem recht anstrengenden Nachtdienst ging gestern meine Zeit am Loretto-Krankenhaus Freiburg zu Ende. Knapp zwei Jahre durfte ich an der dortigen Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin tätig sein. Es war eine echt tolle Zeit, in der ich sehr viel lernen durfte. Es ist nicht die größte Abteilung und das klinische Spektrum im Haus ist beschränkt. Was die Abteilung meiner Überzeugung nach aber grandios macht ist das Team. Pflegerisch wie ärztlich und mit ganz flacher Hierarchie wird täglich zusammen eine sehr gute Leistung erbracht. Begünstigt durch die kirchliche Trägerschaft steht aber nicht nur die fachlich gute Arbeit, sondern dabei auch die menschliche Wärme im Zentrum des Tuns. Ich bin allen Abteilungsangehörigen sehr dankbar für die tolle Zeit. Es liegt absolut nicht am Haus oder der Abteilung, dass meine Zeit dort zu Ende geht. Ich bin einfach ein unruhiger Geist und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und neuen Lernfeldern - zunehmend ein schon fast imperativer Drang. Eigentlich wollte ich mich ja jetzt voll und ganz der innerklinischen Notfallmedizin verschreiben, aber wie schon in einem anderen Blogartikel geschrieben gab es an mehreren potentiellen Stellen schlußendlich nicht überwindbare Schwierigkeiten. Nun gab es eine Planänderung, über die ich noch ausführlicher berichten werde, sobald der Vertrag unterschrieben ist. Nun möchte ich mich erstmal aufrichtig und herzlich vom Team des Loretto-Krankenhauses verabschieden. Bewahrt Euch Eure tolle Art mit empathischen Umgang mit den Patienten und im Team! Hebt Euch Sorg! Passt auf Euch auf und lasst Euch auch in Zeiten der Arbeitsverdichtung und ökonomischer Zwänge nicht unter kriegen! Ich werde Euch sehr vermissen, ob ihr es glaubt oder nicht; ich weiß es!

 

Kaum hatte ich das Loretto-Krankenhaus verlassen bin ich in das wunderschöne Glarnerland gefahren, allerdings aus traurigem Anlass: Es stand die Abdankungsfeier für einen kompetenten Kollegen und guten Freund an, der letzte Woche bei einem tragischen Arbeitsunfall sein Leben verloren hat. Es war uns Kollegen ein großes Anliegen und Bedürfnis am Wohnort des Verstorbenen im Rahmen dieser Trauerfeier Abschied zu nehmen und zusammen mit der Familie herzlich und ohne Maskerade zu trauern. Sicher nicht der Letzte, aber ein weiterer wichtiger Schritt unserer Trauerarbeit. "Heb`dir Sorg" - wie oft hatte sich so der Kollege von mir und den anderen (seinen) Jungs und Mädels aus dem Team verabschiedet. Und er hat es ernst gemeint! Und dies trägt mich nun durch diese traurigen Tage. Wir sollen auf uns aufpassen und acht geben, beruflich wie privat. Wie selbstverständlich und unachtsam gehen wir durch Alltagsleben. Dieses tragische und schreckliche Ereignis hat es uns wieder vor Augen geführt, dass eben nichts selbstverständlich ist. Es hat uns aber auch gezeigt wie wichtig es ist zusammen zu halten und wie außergewöhnlich und "löwenstark" stark unser Team ist. Hebt euch Sorg - ja, wir geben auf uns Acht.

"Heb`dir Sorg" - dies will ich auch dem verstorbenen schmerzlich-traurig zurufen! Ich vermisse Dich!

 

Aber "the show must go on" - heute sitze ich schon wieder im Zug zur Jahrestagung des Vereins "Plattform Menschen in komplexen Arbeitswelten" in Frankfurt am Main. Ich freue mich schon sehr auf das Wiedersehen mit den Gleichgesinnten aus dem Bereich der Human Factors und den fachlichen Austausch mit Ihnen verbunden mit neuen wertvollen Impulsen - ich werde berichten.

Lebenswege Teil 1

"Mens sana in corpore sano" - ich bin überhaupt kein Lateiner aber es stellt wohl passend den Zusammenhang zwischen einem gesunden Geist und einem gesunden Körper her. Zwar ausgebremst durch meine blöde Handverletzung aber dennoch anhaltend und motiviert versuche ich mich körperlich etwas fit zu halten. Im Urlaub auf Elba hat mir meine liebe Familie ermöglicht täglich Laufen zu gehen, was bei drei Kids keine Selbstverständlichkeit ist. Mit knapp 50km in einer Woche blieb ich zwar hinter meinem avisierten Streckenziel, aber dafür habe ich viel mehr Höhenmeter absolviert als ursprünglich mal gedacht. Die Umgebung der Ferienanlage war für die ganz Familie wirklich ein Traum, aber insbesondere für Mountainbiker und (Trail-)Läufer sind es paradiesische Verhältnisse. Auch wenn die pralle Sonne und das mitunter bergige Terrain anspruchsvoll waren, so begleitete mich tapfer meine vierbeinige Trainingspartnerin Artemis. 

Ich profitierte aber nicht nur körperlich, sondern hatte auch unglaublich viel Spass in der Natur und die solche Ausflüge bedeuten für mich auch immer eine mentale Auszeit. Ich habe dabei die Gelegenheit meinen Gedanken nach zu hängen und auch mal mit einer anderen Blickrichtung auf vergangene und kommende Ereignisse zu blicken. 

Es gibt da ja auch gewisse Parallelen: Es geht nicht immer nur durch Blumenwiesen bei kühler Brise, sondern manchmal ist der Weg auch steinig-steil und hält manche Stolpersteine parat. So besteht durchaus auch Verletzungsgefahr und man muss sowieso mit seiner Kraft und Ausdauer haushalten, zumal man oft nicht weiß wo das Ziel und somit die Streckenlänge unbekannt ist. Es ist eine Herausforderung, gerade wenn es mal heiß her geht und es gibt auch Momente, wo der innere Schweinehund die Motivation drückt. Manchmal erkennt man erst danach erschöpft aber glücklich, wie wichtig und gut es war sich auf den Weg zu begeben, auch wenn man auch mal Niederlagen einstecken muss und es nicht so läuft, wie man es sich vorgenommen hat. Schlussendlich bleibt aber die Gewissheit, dass es alles gut ist und war, wie es gekommen ist und man geht gestärkt, körperlich wie mental daraus hervor.

Habe ich vielleicht zu viel Sonne abbekommen? Spinne ich jetzt komplett? Nein, überhaupt nicht, oder zumindest stehe ich zu diesen Zeilen. Egal ob im Sport oder im Leben, es liegen noch viele g.... wenn auch anstrengende Strecken vor uns, packen wir es an - es tut uns gut!