European Resuscitation Council (ERC)

2005 besuchten Sieglinde und ich als Rettungsdienstler und vorklinische Medizinstudenten unseren ersten ERC ALS Kurs in Bühl. Dies war unbestritten ein Meilenstein in unserer beruflichen und persönlichen Entwicklung . Ich bin weiterhin dem ERC und der deutschen Abteilung GRC sehr verbunden.

Besuch bei Freunden: ERC GIC-Kurs in Innsbruck

Meine Freude war unglaublich groß, als ich am 1. Advent erneut als Instruktor zum ERC GIC-Kurs nach Innsbruck eingeladen wurde. Und diese Vorfreude bestätigte sich vor Ort noch viel mehr: Mit vielen mir zum Teil jahrelangen und lieb gewordenen Weggefährten durfte ich diesen Kurs gestalten, hatte aber auch die Möglichkeit in der Faculty und unter den Teilnehmern sehr wertvolle und bereichernde neue Kontakte zu knüpfen und von diesen lieben Menschen viel zu lernen.

Aber natürlich geht es nicht nur um das Networking und die Freundschaftspflege, sondern vielmehr auch um die Inhalte: Die angehenden ERC-Instruktoren aller Kursformate erhalten in zwei vollgepackten Tagen eine medizindidaktische Grundausbildung. Hierbei geht es nur am Rande um die dahinter stehenden Theorien, sondern ganz pragmatisch um die Umsetzung der Unterrichtsprinzipien des ERC in den einzelnen Kursen. Vermittelt wird aber auch die Idee und Philosophie des ERC-Kurssystems.

Die österreichischen Kollegen des ARC (Austrian Resuscitation Council) arbeiten extrem engagiert und motiviert an einer nachhaltigen und langfristigen Verbreitung des Kurssystems. Es wurden seit 2001 tausende Teilnehmer in Österreich im Bereich BLS, ILS, ALS, EPALS und ETC ausgebildet und es gingen daraus auch hunderte Instruktoren hervor. Glücklicherweise werden die Kursorganisatoren aber nicht müde und arbeiten weiterhin aktiv an der Weiterentwicklung und anhaltenden Etablierung der Kurse in der österreichischen Notfallmedizin. Aber auch viele ausländische Teilnehmer waren bereits zu Gast und trugen die Inhalte und die Ideen in ihre Herkunftsländer, nicht nur deswegen messe ich dem ARC eine Vorbildrolle innerhalb des ERC bei.

Stellvertretend für die vielen erstklassigen Kollegen vor Ort möchte ich Lucas Pflanzl-Knicazek erwähnen, der diesmal maßgeblich als Educator den Kurs prägte - mit seiner extrem hohen medizindidaktischen Fachkenntnis verbunden mit einer sehr humorvollen Art ist er echt der Knaller. Er steckt derzeit viel Arbeit und Mühe in die Weiterentwicklung des GIC-Kurses und erntet dabei viel Lob von den Teilnehmern und Instruktoren - ich wünsche ihm dabei weiterhin viel Erfolg, ich glaube die Mühe lohnt sich!

Schade, dass die anstrengende aber noch viel mehr schöne Zeit in Tirol schon wieder vorbei ist, aber wie heißt es so schön: "Nach dem Kurs ist vor dem Kurs!"

ERC Generic Instructor Course (GIC) am Kurszentrum Ulm

Ich sitze gerade im Zug nach Ulm um dort bei einem GIC als Instruktor mit zu wirken. Es ist mir nicht leicht gefallen bei dem sommerlichen Wetter meine tolle Familie und liebe Freunde, welche gerade zu Besuch sind, im Stich zu lassen. Dennoch sitze ich mit großer Vorfreude im Zug: Zum Einen weil ich mich unglaublich auf meine Instruktorenkollegen freue, die ich mitunter schon lange nicht mehr gesehen habe, ich ihnen aber dennoch sehr freundschaftlich verbunden bin - so wird solch ein Kurs schnell zum "Familientreffen". 

Zum Anderen freue ich mich auf die Kursteilnehmer, denn sie haben sich ja vorab durch herausragende Leistungen in unterschiedlichen Bereichen positiv hervorgetan und sich somit überhaupt erst für den Kurs qualifiziert. Wie immer beim GIC wird auch diesmal die Motivation und Lern-/Arbeitsfreude maximal sein. So weiß ich schon jetzt, dass ich am Samstagabend nach dem Kurs sehr erschöpft aber dennoch erfüllt und glücklich/zufrieden zurück fahren werde.

Auch wenn sich Instruktoren wie Teilnehmer intensiv auf den Kurs vorbereiten, so bleibt doch sehr wenig Zeit im Kurs alle Themen angemessen zu würdigen. Es ist natürlich unmöglich innerhalb von zwei Tagen die gesamte Medizindidaktik ab zu handeln. Aber ich bin von dem interaktiven und sehr praxisnahen Kurskonzept sehr überzeugt, daher nehme ich auch gern die Mühe und Abwesenheit von daheim auf mich. Ich profitiere nämlich auch selbst immens vom Kurs: Ich wiederhole so selber nochmal die Inhalte wiederholen, ich darf hoch motivierte Kursteilnehmer unterrichten und mich mit ihnen kollegial austauschen. Verbunden mit einer angenehmen Lernatmosphäre und -umfeld ist es auch für mich sehr gewinnbringend.

Die vermittelten Themen sind auch nicht nur bei ERC-Kursen anwendbar, sondern bei jeder Art von Unterrichtsveranstaltung und auch darüber hinaus.

Wir werden es jedenfalls krachen lassen um einen maximalen Benefit für alle Beteiligten zu erreichen. Let's go!

ALS Kurs Stuttgart 21./22.4.2018

Derzeit darf ich im schönen Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst einen ERC ALS Provider Course im inhouse-Format abhalten.

Es ist eine tolle Kombination: Ich weiß nicht ob die Teilnehmer oder die Kollegen der Faculty motivierter sind - alle sprühen jedenfalls vor Energie! Die Räumlichkeiten im Irmgard-Bosch-Bildungszentrum sind ein Traum und auch an Equipment ist alles da was das Herz begehrt.

Besonders möchte ich Manuela Schoch und Rainer Rappoldt für die klasse Organisation danken; ebenso auch Albrecht Henn-Beilharz, der mich netterweise nach Stuttgart eingeladen hat.

Es ist einfach klasse immer wieder aufs Neue zu erleben, wie vielen Kollegen egal welcher Zunft es am Herzen liegt sich intensiv mit dem Themengebiet der erweiterten Reanimationsmassnahmen zu widmen und dadurch das Outcome ihrer Patienten nachhaltig zu verbessern. Herzlichen Dank, dass ich ein Teil "dieser Community" sein darf.

Update

Die letzten Tage gab es keine neuen Beiträge zu lesen, was aber nicht bedeutet, dass ich auf der faulen Haut gelegen bin, im Gegenteil. Wobei... eine Zwangspause gab es schon: Seit Mittwoch haben wir kein Festnetz/Internet mehr daheim und man sah sich bisher nicht in der Lage die Störung zu beheben. Da merkt man erst einmal, wie sehr man von den Kommunikationsmedien abhängig ist, zumal ich daheim zu allem (Un-)Glück auch keinen Handyempfang habe. Eigentlich eine gute Möglichkeit der Entschleunigung, wenn man nicht einige wichtige und zeitkritische Dinge zu erledigen hätte....

Naja, wenn wir Glück haben sind wir daheim wieder ab Anfang/Mitte der Woche mit der Welt verbunden.

 

Herausgebersitzung retten!

Am Montag war ich erstmalig als Herausgeber bei der gleichnamigen Sitzung im Thieme-Verlag geladen. Ich wurde von den Verlagsmitarbeiterinnen und den Herausgeberkollegen herzlich ins Team aufgenommen, was mich sehr gefreut hat. Ebenso schön empfand ich die warmherzige Verabschiedung meines Vorgängers und Freundes Wolfgang v. Meißner. Fünf Stunden diskutierten wir konstruktiv und ideenreich über die kommenden Monate und Jahre der Zeitschrift retten!. Viele interessante Themen werden wir aufgreifen: Gut recherchiert, fundiert in den Aussagen, top aktuell und dennoch gut lesbar - dies ist unser Ziel und Anspruch! Zielgruppe sind alle im Rettungsdienst Tätigen sowie junge Notärzte. Meiner Meinung nach ist es auch exzellent für alle Notärzte geeignet: Junge/neue Kollegen lernen dort die Basics kennen und können ihr abstraktes Denken mal pragmatisch zu Seite legen (Dinge, die man leider in der ärztlichen Ausbildung oft vernachlässigt). Und auch erfahrene Notärzte können in meinen Augen viel lernen, denn man erfährt viel über präklinische Strömungen, das zu erwartende Wissen der nichtärztlichen Mitarbeiter (wird nicht selten unterschätzt), den hohen Grad an praktischen Fertigkeiten sowie organisatorischen Fähigkeiten. Ganz sicher fördert es so die Teamarbeit im Rettungsdienst, weil man dann gemeinsam eine Sprache spricht und mehr voneinander weiß. Und auch fachlich lerne ich immer etwas dazu, weil man sich sonst gern mal selbstgefällig auf sein altes Wissen verlässt, was bei mir aber jedenfalls schneller einstaubt als mir lieb ist. Und da ist dann retten! eine fabelhafte und leicht verdauliche Lektüre zur Auffrischung.

Du kennst retten! noch nicht? 

Dann aber schnell:

www.thieme.de/retten

 

ERC ALS-Kurs Freiburg (inhouse)

Am Dienstag und Mittwoch hatte ich dann die Freude und Ehre mal wieder einen ERC ALS-Kurs instruieren zu dürfen. Die "local heroes" Timo Danner und Klemens Baldas machten es durch ihre hervorragende Organisation (in Zusammenarbeit mit der GRC Akademie) und Planungsarbeit dem Kursdirektor Prof. Michael Müller und den anderen Instruktoren leicht den Teilnehmern einen attraktiven Kurs zu ermöglichen. Aber auch von den Teilnehmern war ich wieder sehr positiv überrascht: Bei diesem Kurs hatten alle Teilnehmer exzellente Vorkenntnisse. Trotz aller Expertise haben sie sich ausnahmslos auf den Kurs und dessen gemeinsamen Ansatz für alle Zielgruppen eingelassen, was den Kurs in meinen Augen sehr angenehm machte. Die hervorragenden Abschlussergebnisse freuten Teilnehmer wie Instruktoren sehr. Darf sagen, mir hat es richtig Laune gemacht und ich freue mich auf weitere Kurse (ALS in Stuttgart und GIC in Ulm sind in Planung).

 

Nun bin ich gerade mal wieder in Birrfeld und versehe wie immer einen interessanten und lehrreichen Dienst auf dem LIONS 1, ich bin sehr froh, dass ich diese Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung habe.

 

In der einsatzfreien Zeit bastle ich an meinen Vorträgen bei der agswn-Jahrestagung in Baden-Baden zu meinen Lieblingsthemen Human Factors und CRM 

http://www.agswn.de/sites/default/files/geschaeftsstelle/2018%20Jahrestagung%20Programm%20HP.pdf

sowie beim Notarztkurs in Langenargen

http://www.notarztkurs.de/pdf/Notarztkurs_Programm_03_2018.pdf

 

Ach so, da wäre ansonsten noch ein Beitrag zu einem Fortbildungsprogramm zum Thema Kinderschutz, der Entwicklung eines SMEDEX-Moduls, ein Buchprojekt bei Springer sowie meine eigene Vorbereitung zum Kursus "Antibiotic Stewardship"....

Also Langeweile ist etwas Anderes, aber ich will es ja so...

 

Es gibt ja noch weitere Neuigkeiten, aber der Beitrag ist eh schon wieder zu lang geworden... es wird nachberichtet...

Meine Nachbetrachtung RESUSCITATION Freiburg

Vom 28.9.2017 bis 30.09.2017 fand der ERC Jahreskongress RESUSCITATION in Freiburg. Komplettiert wurde diese englischsprachige Veranstaltung durch einen GRC Vorkongress am Vormittag des 28.9.2017. Sicherlich haben sich die Veranstalter mehr Teilnehmer in Freiburg gewünscht, aber es kamen insbesondere die „alten Hasen“ des ERC nach Freiburg um sich aus zu tauschen und weiter besser zu vernetzen. Es war von vornherein klar, dass man exakt zwischen zwei Leitlinienveröffentlichungen wohl keinen Quantensprung in den Aussagen des ERC erwarten kann. Es war vielmehr eine Untermauerung und Weiterentwicklungen der getroffenen Aussagen und Strategien (wissenschaftlich wie educativ). Was innerhalb des ERC sehr an Bedeutung gewonnen hat ist die Erkenntnis, dass der Schlüssel zu einem guten Outcome in der Ersthelferreanimation (incl. Anwendung AED) liegt und hierzu die Basisausbildung früh im Schulkindalter beginnen kann und muss. Die verschiedenen erfolgreichen Kampagnen national wie europäisch hierzu wurden vorgestellt und berechtigterweise auch gefeiert. Doch wie erfährt ein motivierter potentieller Ersthelfer von der Notfallsituation? Mittlerweile gibt es mehrere Ersthelfer-Apps, über die die Leitstellen gezielt Ersthelfer alarmieren können, die sich in unmittelbarer Nähe zum Notfallout befinden. Es gibt positive Berichte von Pilotprojekten, ich bin schon sehr gespannt auf eine flächendeckende Einführung.

Persönlich freut mich die zunehmende Implementierung von Ausbildungseinheiten zu den ‚non-technical skills’ in den ERC-Kursen. In meinen Augen hat dieser Themenkomplex ja einen gewaltigen Einfluss auf die Patientenversorgung und findet somit auch in den Kurskonzepten eine hochverdiente Würdigung.

Wissenschaftlich werden aktuell die gewinnbringende Nutzung von den immer umfangreicheren und aussagekräftigeren Registerdaten diskutiert. Weitere Hot topics sind die Implementierung invasiver Verfahren wie eCPR (ECLS/ECMO usw.) oder die Thorakotomie bei der Traumareanimation. Es kann hierzu nicht in kürzer Zeit mit aussagekräftige Multicenterstudien mit hohen Fallzahlen gerechnet werden, da auch der logistische Aufwand extrem ist. Es gibt einige optimistische Fallbeschreibungen und kleinere monozentrische Erhebungen, die einen großen Benefit nahelegen. Extrem bedeutungsvoll scheint neben der technischen Verfügbarkeit eine strenge Indikationsstellung und eine exzellente Schulung des gesamten Versorgungsteams incl. des Assistenzpersonals zu sein. Es ist nicht ausreichend, wenn ein Teammitglied die Massnahmen/Intervention beherrscht, wenn es nicht vom gesamten Team unterstützt werden kann bzw. die allgemeine Akzeptanz der invasiven Massnahme fehlt.

Eine erfreuliche Verbreitung, nicht nur aber auch im Rahmen der Reanimation, erfährt die präklinische  Sonographie. Mehrere reversible Ursachen können hierdurch nachgewiesen, ausgeschlossen oder zumindest unwahrscheinlich gemacht werden, so dass es einen relevanten Einfluss auf den Reanimationserfolg hat. Hier sind die Herausforderungen der Zukunft neben den Gerätekosten die flächendeckende, suffiziente und nachhaltige Ausbildung dieses diagnostischen Verfahrens sowie eine Berücksichtigung in den Reanimationstrainings, da ansonsten die Aussagekraft eingeschränkt ist und die no-flow time signifikant verlängert wird.

Auch die Bedeutung der sog. Cardiac Arrest Center wird immer mehr betont und es erscheint hierfür auch eine längere Transportzeit nach präklinischem ROSC sinnvoll und für den Patienten bzw. dessen Outcome lohnend. Auch diesmal war der Austausch mit der ausstellenden Industrie sehr fruchtbar und ich will den Firmen für ihre Präsenz meine Anerkennung aussprechen, denn der Markt für notfallmedizinisches Equipment incl. Schulungsmaterial ist verglichen mit anderen medizinischen Fachgebieten gering und die Kaufkraft der Kundschaft niedrig.