Kongresse/Fortbildungen

Ich „teache“ ja leidenschaftlich gerne, aber ich konsumiere auch gern neues Wissen und Eindrücke, die ich exemplarisch und auszugsweise hier vorstellen möchte.

MME Treffen Mallorca

Ich bin gerade aus Mallorca von einem Treffen mit einigen MME Kommilitonen zurück gekehrt. MME steht für den Studiengang "Master of medical education", den ich zwar besucht und hierdurch sehr viel gelernt, aber leider bisher nicht abgeschlossen habe. Bereits vor zwei Jahren haben wir uns zu einer Art "Klassentreffen" im Kloster Randa auf Mallorca getroffen, nun zog es uns an diesen besinnlichen Ort zurück. "Gott sei Dank" haben diese historischen Gemäuer rein gar nichts mit Ballermann & Co zu tun, es ist vielmehr ein stilvoller Ort der Stille und Regeneration.

Dieses Jahr waren es zwar nur neun ehemalige Studierende der 11. deutschen MME-Kohorte, wir haben dafür um so mehr für den Einzelnen erreichen können. Jeder stellte in lockerer und gleichzeitig konzentrierter Atmosphäre die aktuellen Projekte vor und die anderen Anwesenden kommentierten die Präsentation und stellten ihrerseits Rückfragen. So entstand ein fruchtbarer und konstruktiver Dialog. Ehrlich gesagt hatte ich es nicht erwartet, dass sich solch eine produktive Arbeitsatmosphäre  einstellt, ich war also positiv überrascht. An zwei Nachmittagen nutzen wir die vorhandenen Mietwagen und erkundeten damit die wunderschöne Insel. Aber auch hierbei kam es wiederholt zu intensiven und von mir als sehr bereichernd empfundenen Gesprächen. Unter dem Motto "Gedanken kommen beim Reden" entwickelten wir viele Ideen und reflektierten gemeinsam vergangene Ereignisse. Es ging somit also deutlich über unser gemeinsames Interesse an der Medizindidaktik heraus. Nicht nur, aber insbesondere in den besuchten Kirchen gab es auch intensive Momente der Stille, Ruhe und Besinnung; für mich erneut sehr kraftvolle und energiespendende Momente. 

Eins ist klar: Wir wollen diese konstruktiven Treffen beibehalten, auch wenn all unsere Terminkalender gut gefüllt sind, da sie einen großen persönlichen und gemeinschaftlichen Gewinn darstellen - ich freue mich schon jetzt darauf die hoch geschätzten Kollegen wieder zu treffen.

Aber warum schreibe ich hier von dieser Art Bildungsreise?

Zum Einen weil wir dort gemeinschaftlich mein Engagement im Bereich FOAMED, eigenem Blog, Social Media & Co mit all seinen Vor- und Nachteilen sowie potentiellen Gefahren lebhaft aber konstruktiv reflektiert und diskutiert haben. Die meisten meiner Kollegen haben bisher keine Erfahrungen in diesem Bereich und sind somit unvoreingenommen. Ich bekam viele für mich sehr wertvolle Rückmeldungen, die ich mir zu Herzen nehmen und konstruktive Schlüsse daraus ziehen will. Ich danke meinen Kollegen herzlich für ihren Input, der mir sehr geholfen hat und mich auch nachhaltig  voranbringen wird.

Zum Anderen bin ich extrem dankbar für die vielen Impulse auf dieser kurzen Reise und ich kann nur Jedermann ermutigen sich auch mal eine Auszeit zu gönnen, was elementar zur eigenen Achtsamkeit und Resilienz beiträgt. Einfach mal die Ruhe einer Kirche genießen, den Blick über eine wundervolle Landschaft schweifen lassen, sich mit Zeit, Genuß und Dankbarkeit seinen Mahlzeiten zuwenden und/oder tiefsinnige Gespräche führen.

Es braucht sicher nicht jeder für solche segensreichen Momente nach Mallorca reisen, sondern es geht mir viel mehr darum, dass ich an Jeden appellieren will nach solchen ganz individuellen Wegen zu suchen und Kraft daraus zu schöpfen, die wir dringend in unserem trutzigen Alltag brauchen.

Danke meine Freunde für die wundervollen Tage auf Mallorca, "vergelts Gott"!

Ankündigung: MEDIZIN 2019

Am Freitag haben Sieglinde und ich wieder die Möglichkeit zwei Sitzungen im Rahmen des 54. Ärztekongresses der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg  auf der Messe Stuttgart am Flughafen zu gestalten.

Die Themen sind allerdings sehr unterschiedlich:

Zusammen mit meinem guten Freund Dr. Wolfgang v. Meißner habe ich die Gelegenheit gleich zu Beginn des Kongresses eine Sitzung zum spannenden Thema Unter- und Überversorgung in der Akutmedizin ab zu halten. Medizinisch, ethisch und ökonomisch ein sehr heißes Thema mit viel Sprengkraft. Es nützt aber nichts den Kopf in den Sand zu stecken, viel mehr geht es darum pragmatische und konstruktive Optimierungspotentiale zu finden und um zu setzen.

Am Ende des ersten Kongresstages am Freitag geht es um eines unserer Steckenpferde: Sieglinde und ich beleuchten die Schnittstelle Rechtsmedizin und Allgemeinmedizin. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind eindeutig definiert, sie sind aber nicht leicht ordnungsgemäß und adäquat um zu setzen. Auch im Bereich Kinderschutz gibt es Hilfestellungen, die nicht jedem Angehörigen der Gesundheitsberufe bekannt sind.

 

Wir freuen uns über alle interessierten Zuhörer und auf eine hoffentlich angeregte Diskussion, denn dies bringt bekanntlich das Salz in der Suppe.

 

Auch sonst freuen wir uns sehr auf den Besuch des Kongresses und der Messe mit lebhaftem Austausch und sicher wieder vielen interessanten Aspekten.

Erfahrungsbericht IC 3 - Kurs

Wer mich kennt weiß, mit welcher Begeisterung ich selber unterrichte und instruiere - auf vielen Kanälen und Ebenen versuche ich Wissen weiter zu geben, was mir große Freude bereitet.

Aber es ist natürlich auch immer eine Wohltat für mich, wenn ich als Teilnehmer und somit als "Konsument" an einer gelungenen und lehrreichen Veranstaltung partizipieren kann.

Und so war ich nach einem Besuch des sog. IC 1 vor ca. einem Jahr nun auf einem IC3 - Kurs, wobei IC für Interpersonal Competence steht und es ein Kooperationsprojekt der Lufthansa und der DGOU (Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie) ist.

Schon allein der Veranstaltungsort, dass Veranstaltungshotel "Lufthansa Seeheim" südlich von Frankfurt ist eine Reise wert: Hochwertige Räumlichkeiten und erstklassiges Ambiente machen das Lernen leicht. Eine phantastische Gastronomie sowie eine große Sport- und Wellnessanlage runden das Hotelangebot ab.

Aber natürlich noch viel wichtiger als der Veranstaltungsort ist die Veranstaltung an sich: Vor ein paar Jahren wurde das gemeinsame Projekt von LH und DGOU ins Leben gerufen. Die hauptsächlich ärztlichen Teilnehmer profitieren nun von dem Erfahrungsaustausch und dem resultierenden konstruktiven Geist dieser Kooperation. Durch den Einblick in die Welt der Fliegerei und den Weltkonzern Lufthansa verliert der Mediziner in vieler Hinsicht seine Betriebsblindheit in Bezug auf die Human Factors sowie die Führungsarbeit, welche beim IC 3 im Fokus steht. Beim IC 1 handelt es sich um einen Basiskurs über die Human Factors, der IC 3 richtet  sich v.a. auf (künftige) Führungskräfte im Gesundheitswesen. Es geht dabei nicht darum ganze Abteilungen zu leiten, sondern es setzt bereits viel früher und in kleineren Teams und Gruppen an. Daher ist dieser Kurs nicht nur für Chefärzte oder andere Leitungsfunktionen geeignet, sondern richtet sich an Alle, die in ihrem Job "aus dem Gröbsten raus sind" und sich daher nun der Blick weiten kann.

Ich habe aber nicht nur von den Inhalten profitiert, sondern genau so auch von den Instruktoren sowie den anderen Teilnehmern an sich. Ich durfte in diesen zweit Tagen 20 extrem interessante Menschen kennen lernen und mich mit ihnen intensiv aber ungezwungen sowie lehrreich austauschen. Jeder brachte die Besonder- und auch Schwierigkeiten seiner beruflichen Tätigkeit aktiv in den Kursablauf ein, auch von den extrem unterschiedlichen Persönlichkeiten und Charakteren habe ich sehr profitiert.

Der rege Austausch zwischen den Dozenten und den Teilnehmern ließ die Veranstaltung "wie im Fluge" vergehen, aber ich bin mit vielen positiven Eindrücken und einem Schreibblock voller Ideen und "magic/teachable moments" wieder nach Hause gefahren. Nun habe ich hoch motiviert noch eine ganze Weile damit zu tun die ganzen Eindrücke konstruktiv  auf zu arbeiten, ich freue mich schon sehr auf diesen ganz persönlichen Lerneffekt.

Ich kann diese Veranstaltungsreihe voll und  ganz empfehlen, wobei ich dazu raten würde erst denn IC 1 und später dann den IC 3 zu besuchen, auch wenn dies keine zwingende Voraussetzung ist. 

Einfach in der Suchmaschine des Vertrauens "IC" und "Lufthansa" eingeben, und schon kommt Ihr zu weiteren Informationen zu diesem Kursformat, natürlich stehe ich aber auch für Rückfragen zur Verfügung, wobei ich explizit keine "Aktien" in dieser Veranstaltung habe.

 

Rückblick Jahrestagung "Plattform Menschen in komplexen Arbeitswelten e.V."

Vom 20.6.2018 bis 22.6.2018 fand die diesjährige Jahrestagung des Vereins "Plattform Menschen in komplexen Arbeitswelten" in Frankfurt/Main statt. Für mich war es die mittlerweile dritte Jahrestagung und ich bin auch dieses mal völlig begeistert von der tollen und konstruktiven Atmosphäre. Ca. 70 Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum und aus sehr vielen unterschiedlichen Branchen (Piloten, Flugbegleiter, Ärzte, Rettungsdienste, Feuerwehr, Polizei, Deutsche Bahn, Ingenieure, Psychologen u.a.) folgten der Einladung in die Rhein-Main-Metropole zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

Traditionell beginnt die Tagung mit einer Exkursion am Vorabend des ersten Tagungstages, dieses Jahr bekamen wir eine auf die Vereinsinteressen zugeschnittene Führung durch den extrem großen Industriepark Höchst mit seinen chemischen Produktionsstätten. Besondere Beachtung fanden die Planungen und Strategien in der Bewältigung von Störfällen aller Art.

Übergeordnetes Thema dieser Tagung war "Kritische Situationen - Analyse von Ereignissen - Lernen aus Ereignissen" und fand im angenehmen Ambiente der Evangelischen Akademie direkt neben dem berühmten Frankfurter Römer statt. 

Am ersten Tagungstag wurden zunächst die notwendigen theoretischen Grundlagen zu Ereignisanalysen vermittelt, ehe Beispiele aus der Kraftwerksindustrie, der Psychologie und der Chemieindustrie vorgestellt wurden. Am Abend folgte die nächste Arbeitsexkursion mit Besichtigung des 300m hohen Commerzbank-Towers. Wieder wurde hier besonderer Augenmerk auf die Sicherheitstechnik und Unternehmenssicherheit gelegt.

Am zweiten Tag folgten weitere Beispiele von Ereignisanalysen aus der Luftfahrt, Krisenstäben und erneut der chemischen Industrie. Ebenso gab es einen Vortragsblock mit Themen aus dem Bereich der CIRS-Systeme. Nachmittags wurde diese wieder sehr erfolgreiche Veranstaltung nochmal ebenso wie an Tag 1 mit vertiefenden Arbeitsgruppen abgerundet.

Mit großer Freude und auch etwas Stolz hatte ich dieses Jahr die Gelegenheit eine Arbeitsgruppe zum Thema Chancen und Risiken von FOAMED (free open access meducation) zu gestalten, am zweiten Tag durfte ich einen Vortrag zur Umsetzung von CIRS in der Anästhesie halten.

Ich kann nur alle an Human Factors Interessierte ermuntern mal eine solche Tagung dieses aufgeschlossenen Vereins zu besuchen. Wer dann dadurch von der Thematik noch mehr begeistert ist kann sich in die Vereinsarbeit einbringen. Mich jedenfalls überzeugt der multiprofessionelle Ansatz sehr.

So freue ich mich schon jetzt auf die Jahrestagung 2019, welche in Münster stattfinden soll.

Meine Lehren von der RETTmobil

Ich war heute als Herausgeber der Zeitschrift retten! auf der RETTmobil in Fulda unterwegs.  Das letzte Mal war ich vor geschlagenen 14 Jahren dort, da hat sich in der Zwischenzeit schon Einiges getan. Der Fokus liegt weiterhin ganz auf der Industrieschau, als großer Fortbildungsfreak hätte ich mir natürlich gewünscht, dass es auch eine breitere Fortbildungspalette gibt  bzw. die Veranstaltungen nicht an die weit entfernte Feuerwache ausgelagert werden müßten. Ich denke gerade für das nichtärztliche Rettungsdienstpersonal wäre es eine große Bereicherung, wenn man sich auch mehr den fachlichen Themen widmen könnte.

Es ist schon erstaunlich, was die „Rettungsindustrie“ heute so alles hergibt: Fahrzeuge, Fahrzeugausstattung, Geräte aller Art, Bekleidung, sonstige Ausrüstung, Verlage, Fortbildungsanbieter u.v.m. Bei manchen Ausstellungsstücken hatte ich auch das Gefühl, dass da auch eher das Kind im Manne (oder der Frau) angesprochen wurde, aber das darf ja bei dem anstrengenden und mitunter belastenden Job auch mal sein.

Was merklich war ist, dass die Ressource und somit "Ware" MENSCH auch auf dieser Messe eine zunehmende Rolle spielt. Der Personalmarkt qualifizierter Mitarbeiter ist leer und die Angestellten geben sich auch nicht mehr einfach "nur" mit einer Stelle zufrieden, da müssen sich die Hilfsorganisationen schon etwas einfallen lassen. Die Einen probieren es mit Aus- und Fortbildung, die Anderen eben durch hochwertige Bekleidung oder vielleicht über Fahrzeuge, die qualitativ über der Zweckmäßigkeit liegen. Auch technische Hilfen wie elektrische Tragegestelle etc. schonen den Mitarbeiter und tragen zur Gesundheitsförderung bei.

Fazit zur Veranstaltung an sich: Es ist eine etablierte sowie breit aufgestellte und große Veranstaltung, die somit auch per se sehr einflussreich ist. Allerdings bleibt man meiner Meinung nach hier hinter den Möglichkeiten weit zurück. Es ließe sich bei der großen Besucherzahl und somit Lobby deutlich mehr erreichen. Aber dies lässt sich halt (leider) nicht in einem monetären Veranstaltungsgewinn ausdrücken.

 

Persönlich hat es mich riesig gefreut zwischen der ganzen Technik auch einige „alte“ Kollegen wieder getroffen zu haben, die ich teilweise seit Jahren schon leider nicht mehr persönlich gesehen habe. Habt alle herzlichen Dank für die schönen Begegnungen!

 

Der Thieme-Verlag ist mit einem großen sowie hellen Stand vertreten, der zum Blättern in den ausliegenden Fachzeitschriften und Sachbüchern aus dem notfallmedizinischen Verlagsprogramm einlädt. Natürlich geht es selbstverständlich auch darum neue Leser zu gewinnen und die Produkte vor zu stellen, es ist den Anwesenden Verlagsmitarbeitern aber ein ebenso großes Anliegen ein Feedback von den „erfahrenen“ Lesern zu bekommen. Es ist nämlich eine Schwäche der Printmedien, dass man nicht so einfach an ein fundiertes und breites Feedback kommen kann, da ist dann eine so gut besuchte Veranstaltung eine große Chance für den Verlag und uns Herausgeber. Nur weil mir vielleicht ein Thema oder Artikel gut gefällt, muss es noch lange nicht bei der Mehrheit der Leser so sein.

Ich kann nur alle Leser von Thieme-Produkten, uns insbesondere die retten!-Leser, ermutigen an den Stand zu kommen und mit uns zu diskutieren und hierdurch selbst einen aktiven Part in der Zeitschriftengestaltung zu übernehmen. Am Besten geht es eben in einem persönlichen Gespräch vor Ort, aber man kann natürlich auch jederzeit schriftlich an die Redaktion mit Wünschen und Kritik herantreten. Ich bin natürlich auch für Rückmeldungen dankbar, die direkt an mich gerichtet werden, ich reiche es dann weiter.

 

PS: Ich hab mir da noch ein praktisches schnuckliges kleines First-Responder-Auto ideal für den Einsatz auf dem Lande bestellt, ich hätte es auch gleich mitgenommen, aber sie wollten es mir nicht einpacken...